Foto von Wolfgang Weiser auf Unsplash

Radon im Haus: Warum eine Radonmessung wichtig für Ihre Gesundheit ist

06. Oktober 2026

Radon ist ein radioaktives Gas, das auf natürliche Weise im Boden entsteht. Es ist weder sichtbar noch riechbar und kann unbemerkt in Gebäude gelangen. Steigt die Radonkonzentration in Innenräumen über längere Zeit an, kann das gesundheitliche Folgen haben. Ob Ihr Haus betroffen ist, lässt sich allerdings nicht von außen erkennen. Sicherheit gibt nur eine Radonmessung.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Radon ins Haus gelangt, warum besonders Keller betroffen sein können, wie eine Radonmessung abläuft und wann Maßnahmen sinnvoll sind.
 

Was ist Radon und wie gelangt es ins Haus?

Radon entsteht beim natürlichen Zerfall von Uran im Boden und Gestein. Das Gas tritt überall in Deutschland aus dem Erdreich aus. Wie hoch die Konzentration ist, hängt unter anderem von den geologischen Gegebenheiten der jeweiligen Region ab. Im Freien verteilt sich Radon schnell. In Gebäuden sieht das anders aus. Dringt das Gas durch kleine Undichtigkeiten ein, kann es sich in Innenräumen ansammeln.
 

Wo tritt Radon ins Gebäude ein?

Radon steigt aus dem Boden auf und kann durch kleine Undichtigkeiten in das Gebäude gelangen. Oft reichen bereits feine Risse oder Fugen aus, damit das Gas ins Innere eindringt. Da Radon aus dem Erdreich kommt, sind vor allem Gebäudeteile mit direktem Bodenkontakt betroffen.

Typische Eintrittsstellen sind:

  • Risse in der Bodenplatte
  • Fugen zwischen Boden und Wand
  • Kabel- und Rohrdurchführungen
  • undichte Kellerwände
  • Bodenabläufe ohne ausreichende Abdichtung

Wie viel Radon tatsächlich ins Gebäude gelangt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die Beschaffenheit des Untergrunds, der Zustand der Bausubstanz und die Dichtigkeit des Gebäudes. Besonders in Kellern und Räumen im Erdgeschoss können deshalb höhere Radonkonzentrationen auftreten, da diese Bereiche direkt an das Erdreich grenzen.
 

Radon im Haus: Symptome bleiben lange unbemerkt

Viele Menschen suchen nach Radon im Haus Symptomen. Tatsächlich löst Radon keine Beschwerden aus, die sich direkt bemerkbar machen. Es gibt keine typischen Anzeichen wie Kopfschmerzen oder Schwindel, die eindeutig auf eine erhöhte Radonbelastung hinweisen.

Das Risiko entsteht erst durch den langfristigen Kontakt mit den radioaktiven Zerfallsprodukten des Gases. Sie gelangen beim Einatmen in die Lunge und geben dort Strahlung ab. Dadurch steigt das Risiko für Lungenkrebs.

Gerade weil sich eine erhöhte Radonbelastung nicht bemerkbar macht, bleibt sie oft über viele Jahre unentdeckt. Ob Radon im Gebäude vorhanden ist, zeigt nur eine Messung.
 

Wie gefährlich ist Radon im Keller?

Der Keller ist häufig der Bereich mit der höchsten Radonkonzentration. Das liegt daran, dass hier direkter Kontakt zum Erdreich besteht und Radon durch kleine Risse oder undichte Stellen ins Gebäude gelangen kann.
 

Warum sammelt sich Radon im Keller?

Viele Keller werden nur wenig gelüftet. Dadurch kann sich das Gas über längere Zeit anreichern. Wird der Keller regelmäßig genutzt, etwa als Hobbyraum, Büro oder Waschküche, steigt auch die Zeit, in der Personen dem Radon ausgesetzt sind. Von dort kann sich das Gas außerdem in andere Bereiche des Hauses ausbreiten. Wie hoch die Belastung tatsächlich ist, lässt sich jedoch nur durch eine Messung feststellen.
 

So läuft eine Radonmessung ab

Eine Radonmessung ist die einzige Möglichkeit, die Radonkonzentration in einem Gebäude zuverlässig zu bestimmen. Sie ist einfach durchzuführen, ist preiswert und liefert eine verlässliche Grundlage, um die Belastung im Haus einzuschätzen. Da Radon weder sichtbar noch riechbar ist und die Werte im Tages- und Jahresverlauf schwanken können, reicht eine kurze Messung in der Regel nicht aus.
 

1. Messgeräte aufstellen

Für die Messung werden kleine Radondetektoren in den regelmäßig genutzten Räumen aufgestellt. Besonders wichtig sind Räume im Keller und Erdgeschoss, da diese direkten Kontakt zum Erdreich haben und dort häufig höhere Radonkonzentrationen auftreten. Die Messgeräte werden an einem geeigneten Ort im Raum platziert und bleiben dort während der gesamten Messdauer. 
 

2. Messung über einen längeren Zeitraum

Die Radonkonzentration verändert sich ständig. Sie hängt unter anderem von der Jahreszeit, den Wetterbedingungen und dem Lüftungsverhalten ab. Damit diese Schwankungen berücksichtigt werden, wird für Wohngebäude in der Regel eine Langzeitmessung über mehrere Monate empfohlen. So entsteht ein aussagekräftiger Durchschnittswert, der die tatsächliche Belastung im Gebäude realistisch abbildet. 
 

3. Ergebnisse auswerten

Nach Ablauf der Messzeit werden die Detektoren ausgewertet. Die gemessenen Werte zeigen, wie hoch die durchschnittliche Radonkonzentration im Gebäude ist und ob sie unter oder über dem empfohlenen Referenzwert liegt.
 

In Deutschland gilt für Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze ein Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft (300 Bq/m³). Liegt die Radonkonzentration darüber, sollten geeignete Maßnahmen geprüft werden, um die Belastung dauerhaft zu senken. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Ursache des Radoneintritts und den baulichen Gegebenheiten ab.
 

Wann ist eine Radonsanierung sinnvoll?

Zeigt die Messung eine erhöhte Radonkonzentration, sollte die Ursache gesucht werden. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt davon ab, an welchen Stellen das Gas in das Gebäude gelangt. 
 

Gebäude abdichten

Risse in der Bodenplatte, undichte Fugen oder Rohrdurchführungen können fachgerecht abgedichtet werden. Dadurch gelangt weniger Radon aus dem Boden ins Gebäude. 
 

Lüftung verbessern

Ein regelmäßiger Luftaustausch kann die Radonkonzentration deutlich senken. Reicht das nicht aus, kann eine technische Lüftung eine sinnvolle Lösung sein. 
 

Weitere Maßnahmen

Je nach Gebäude kommen zusätzliche Systeme infrage, etwa eine Absaugung unter der Bodenplatte. Welche Lösung geeignet ist, richtet sich immer nach den Ergebnissen der Messung und den baulichen Gegebenheiten.
 

Welche Gebäude können betroffen mit Radon sein?

Grundsätzlich kann jedes Gebäude erhöhte Radonwerte aufweisen. Das Alter des Hauses spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Eine höhere Radonkonzentration tritt häufiger auf bei Gebäuden,

  • mit direktem Kontakt zum Erdreich,
  • mit undichten Bodenplatten oder Kellerwänden,
  • in Regionen mit erhöhtem Radonpotenzial,
  • oder nach energetischen Sanierungen mit geringem Luftaustausch.

Auch Neubauten können betroffen sein, wenn beim Bau keine Maßnahmen gegen das Eindringen von Radon berücksichtigt wurden.
 

Lässt sich Radon im Haus vorbeugen?

Bei Neubauten lässt sich das Risiko bereits während der Bauphase reduzieren. Dazu gehören eine gut abgedichtete Bodenplatte sowie dichte Rohr- und Kabeldurchführungen. In bestehenden Gebäuden steht zunächst die Messung im Mittelpunkt. Erst wenn bekannt ist, wie hoch die Radonkonzentration ist, lässt sich entscheiden, ob und welche Maßnahmen sinnvoll sind.
 

Radon im Haus früh erkennen

Eine erhöhte Radonkonzentration lässt sich nur durch eine Messung feststellen. Sie zeigt, ob Radon in Ihr Gebäude eindringt und ob Maßnahmen sinnvoll sind. So können mögliche Gesundheitsrisiken früh erkannt und die Belastung dauerhaft gesenkt werden.

Die H & S Heizungs- und Solartechnik GmbH unterstützt Sie bei der Radonmessung und entwickelt passende Lösungen für Ihr Gebäude. Wenn Sie Fragen zum Thema Radon haben oder eine Messung durchführen lassen möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

KONTAKT AUFNEHMEN